Renouveaux Potentiels II: Sémantique Historique

Wie im letzten Post begonnen, soll an dieser Stelle, das nicht mehr ganz frische Werk von Alain Guerreau «L’Avenir d’un passé incertain» bzw. die vom Autor als zukunftsträchtig eingestuften Potentiale besprochen werden.

Ein sich wiederholender Ausspruch Guerreaus betrifft das Potential der linguistischen Auswertung von Quellentexten. Ausgehend von „prekärem Wortwissen“ (in Anspielung auf fehlende bzw. ungenügende Wörterbücher, welche durch die Fachwissenschaft auch nicht gebraucht werde) will G. Wandel im Begriffsgebrauch und in der Begriffsgeschichte deutlich machen. Wiederum folgt G. einem totalitären Ansatz, indem er sich nicht auf einzelne Begriffe stützt, sondern im Grundsatz alle Worte (insbesondere die mittellateinischen) neu kontextualisieren und „verstehen lernen“ will. Obwohl nicht grundsätzlich in Frage gestellt (u.a. für Belegstellen!) werden Wörterbücher als problematisch dargestellt.

Eine Verdeutlichung bringt das Vorkommen von vinea in einer Urkunde des 11. Jahrhunderts (ab S. 195). Einleuchtend wird die Übersetzung von vinea als vigne abgelehnt und aufgezeigt, welchen Hintergrund das Wort im mittelalterlichen Kontext hatte. Gekonnt wird die Andersartigkeit der Weintraube vom Anbau über die Bewirtschaftung bis zur Ernte beschrieben. Tieferschürfend verfährt G. auch auf der Ebene der représentation, indem er aufzeigt, wie eng verknüpft das Niederschreiben des Begriffs vinea auf Pergament mit dutzenden Stellen in der Vulgata war (S. 197). [Witzig ist, dass G. an dieser Stelle direkt abschweift und von der Häufigkeit bzw. dem Fehlen der vinea in gewissen Büchern der Bibel zu berichten beginnt, ohne zu einem Abschluss zu kommen; erweitert wird die Beschreibung durch Ausblick auf Augustin und die gesamte PL] In einem der abschliessenden Sätze „entlarvt“ sich Guerreau und bringt sein Programm (oder sein Ziel der Geschichtsschreibung) zum Ausdruck: „La seule finalité du métier d’historien est de montrer comment les sociétés ont fonctionné et se sont transformées. Cette finalité impose de partir de l’idée de la société comme ensemble articulé de relations, et rien d’autre.“ (S. 200)

Quelle: http://www.amazon.fr/Lavenir-dun-passé-incertain-histoire/dp/2020496976/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1371214666&sr=8-1

Schlecht zu lesen: Auf der Abbild steht „Ceci est ou n’est pas une vigne“. Quelle: http://www.amazon.fr/Lavenir-dun-passé-incertain-histoire/dp/2020496976/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1371214666&sr=8-1

Um die Unzulänglichkeiten auszumerzen, schlägt G. vor champ sémantique zu bilden (mit Verweis auf Jost Trier und seine Wortfelder und Sinnbezirke). Wie die Analyse anzustellen sei, weiss G. nicht: „c’est une des tâches les plus urgentes qui s’imposent aux médiévistes dans les prochaines années.“ (S. 208) Wichtige Bestandteile einer solchen Analyse müssten die Korpus- und Konkordanzbildung sein. Einer der Vorteile wird dann das „wieder“ oder „neu“ und „anders“ lesen (bekannter) Texte.

Um der Methodik der Semantik näher zu kommen beschreibt G. in einem längeren Abschnitt die Geburt und Entwicklung derselben im Feld der Linguistik am Ende des 19. Jahrhunderts, wobei relativ rasch ins 20. Jahrhundert und die Gegenwart vorgedrungen wird. Der Schwerpunkt ist klar auf die deutschsprachige Forschung gelegt und endet mit der Transferthese Bumkes (die besagt, dass der Ritterbegriff durch die „Übersetzungen“ Hartmanns von Aue in die deutsche Vernakular gekommen sei).

Leider vernachlässigt es Guerreau fast vollständig aufzuzeigen, welche Methodiken angewandt werden könnten um seinem Ansinnen, einer Neu-Interpretation mittelalterlichen Quellen gerecht zu werden. Gelegentlich dringen einige Fetzen, welche an korpuslinguistische Vorgehen denken lassen durch, handfeste Konkretisierungen fehlen jedoch.

Alles in allem bleibt der interessierte Leser etwas ratlos zurück. Auch die abschliessenden zwölf Thesen sind zwar (neben ihrer Radikalität) durchaus anregend, bringen aber keine Konkretheit in das Guerreau’sche Projekt der Mediävistik im 21. Jahrhundert.

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Ergonomie des Pergamentbeschreibens

Die Thematik um die Handlungsfähigkeit, Handlungsmacht und vielleicht auch die Handlungswirklichkeit von Dingen ist nicht mehr ganz neu. Verknüpft mit der Abkehr von einer anthropozentrischen Weltsicht wird sie auch intensivst von mediävistischer Seite betrieben. Mein Zugang ist dagegen (sehr anthropozentrisch) als Zusammenspiel zwischen verarbeitetem Material (etwa [Tier-]Haut, mit Larven befruchtete Pflanzengallen versetzt mit einem Heilmittelinhaltsstoff [oder zusammengenommen: Tinte aus Galläpfel und Eisensulfat], Wachs und mehr) und der Produktion von Schriftstücken.

Passend – und nicht von mir – ist die Beschreibung des Zusammenwirkens als ergonomisch. Womit angedeutet wird, dass das unterschiedlich verarbeitete Material auf einen Nutzenden trifft, welcher nicht anders kann, als nach bestimmten Regeln das Material zu nutzen. Die Zusammenkunft zwischen Material (mit einem Handlungsspielraum aber auch Handlungsmacht) und Nutzendem (mit Handlungs- und Formungsvorstellung) führt zu einem (von beiden Seiten gefügten) Resultat. Wer genau handelt, bleibt unklar.

Auf einen konkreten (Sonder-?)Fall angewandt könnte das so aussehen: Eine Dame will einen Sachverhalt (einen Güterverkauf an eine Person) vermitteln. Für die Vermittlung werden mehrere Strategien angewandt, die zum einen Menschen miteinbeziehen, zum anderen aber auch in ein Schriftstück münden. Der zweite Teil ist dabei von Interesse, da in diesem vorbearbeitetes Material auf einen Schreibenden trifft. (Im Übrigen müsste man sich ernsthaft überlegen, wie und ob auch der erste Teil in materielle Resultate mündet bzw. inwiefern eine Geste oder anderes durch Materiale, wie Kleidung, Schmuck etc. erlaubt bzw. eingeschränkt wird)

Im hier vorgestellten spezifischen Fall wurde jedoch nicht wie üblich, ein eigenes dafür hergestelltes Pergament verwendet, sondern eine Buchseite zum Urkundenbeschreibstoff umgewidmet. Die Folge der Umwidmung zeigt sich an einem äusserst unerwarteten Ort: Nicht eine Urkundenschrift sondern eine Buchschrift wurde durch den (scheinbar geübten) Schreibenden angewandt.

Hält man die Ausführungen oben für plausibel, kann man also argumentieren, dass aufgrund der nur minimal andersartigen materiellen Zusammensetzung bzw. der Vorbestimmung und Vorbereitungs des Materials der Schreibende eine andere Art des Beschreibens wählen musste.

Abbildung: StAAG U.17/0017 r

Das Schriftbild lässt an ein Buch denken, das Pergament scheint vormals eine Seite in einem Buch gewesen zu sein. StAAG U.17/0017 recto

Die einzelnen Materialien bestimmen folglich nicht nur durch ihr Material-sein, sondern ebenso durch ihren (möglichen) Zustand und ihre vorgängigen Zustände. Vielleicht liesse sich gar von einer Prozessorientiertheit oder gar einer Prozessbewusstheit sprechen. Die Artefakte bleiben (bewusst?) im Fluss.


Text-Wolken

Tag-Clouds sind ein Web 2.0 Phänom, das zur Visualisierung von wichtigen Themen für Blogs oder Wikipedia-Artikel genutzt werden. Mittels dieser Clouds wird es möglich Text oder Textkorpora nach Häufigkeiten von Wort- oder Phrasenvorkommen zu lesen. Je grösser ein Wort, desto häufiger das Vorkommen in einem oder mehreren Texten. Eigentlich ist es eine Umsetzung, der hier bereits früher angesprochenen Forderung Texte nicht nur linear zu lesen. Die Arten der Darstellung sind natürlich unendlich und in sich auch problematisch (eine fundierte Kritik dazu kenne ich aber leider noch nicht).
Ein interessantes, kürzlich gebloggtes Beispiel findet sich bei Schmalenstroer.net. In der Umsetzung wurde der jeweils häufigste Begriff aus dem Wikipedia-Artikel jedes Landes in eine Weltkarten-Visualisierung gepresst.
Ich hab aus ein paar Ordnungen aus Königsfelden (14. Jahrhundert) eine solche Wolke erstellt (mittels tocloud). Die Rechtschreibung ist nicht vereinheitlicht, entsprechend wird unterschieden zwischen „chungsvelt“ und „kungsvelt“.Die Darstellung ist zweigeteilt: im ersten Teil werden «Phrasen» gebildet (Phrasen im Sinne von «aneinanderhängende Worte, deren Kombination häufiger als einmal vorkommt»), im zweiten die Häufigkeiten der einzelnen Worte aufgezeigt.
Vorgenommene Vorarbeiten:
  • Konsequente Kleinschreibung
  • Auflösung von Superskripten und Umlauten
  • Löschen von diakritischen Zeichen (ansonsten gäbe es wohl überhaupt keine Häufungen).
Das Resultat ist nicht ganz überraschend, da die meisten der Ordnungen von einer aussenstehenden Gönnerin (Agnes von Ungarn) verfasst wurden, werden «die Swestern» und «die Eptissin» häufig angesprochen. Mit den Ausdrücken «wir wellen» (28), «wir wellen ouch» (20) und «wellen wir» (13) steht neben der Gönnerin (wir), der Ausdruck ihres Zwangs (wollen) im Fokus. Daneben kommt aber auch häufig das «sollen» zum Zug, was auch als moralische Verpflichtung verstanden werden kann.
Aber aus der Cloud lässt sich noch viel mehr herausholen, vor allem wenn man einzelne der hochgradig normierten Urkundenteile isoliert und Teile davon (etwa die Invocatio) einzeln betrachtet. Auch könnte man überlegen, Vereinheitlichungen etwa in der Rechtschreibung vorzunehmen … oder semantische Einheiten zu bilden… oder Wortarten zu bestimmen und nur nach Verben oder Nomen zu sortieren… oder alle Worte, die nur einmal vorkommen rauszustreichen…
Und so sieht die (noch sehr rohe) Wolke aus…
Ordnungs-Cloud

die kellerin(3) den zehenden(2) si sol(13) bi unser(4) und swas(4) uf gebuwen(2) man die(2) mit ir(2) wir ordenen(4) das man(10) man dem(2) kursennen und(2) das die amptswestern(2) ferschriben hant(3) sont der(2) edel und(2) die dem closter(2) wa si(3) und daz(2) sol ouch den(6) es si(6) aber das(3) phenning ze(2) von unserre vrowen und muoter(2) gebunden sin ze(3) der eptissinen und(4) ze dem(3) nach ir noturft(4) vil kouffen(2) swestern ze(2) sele von der kilchen ze(2) und unser(6) und sol man(3) den selben(4) dem ampt(2) mit fleisch(2) das inen(3) ez si(2) ab si(2) und och(3) und das si(3) der geschriben(2) du epthissenne(3) das wir inen geordenot(2) die man(4) wir wellen oͮch(2) das almuosen(2) und das man(3) ist aber(2) die da(2) nach bescheidenheit(2) und allu(2) unsers lieben herren(6) und mit(9) man von(2) das sol man(3) sant claren ordens(4) keinen gebresten(2) den guetern(2) sol inen(7) gnaden wilent(2) oder die(3) der gehorsami(3) und den(11) druezehen hundert(2) beiden teilen nach(2) jeklichen derselben(2) das ampt(2) unser lieben(5) kilchen und(2) ordenung und(2) man nach(2) und sol das(4) und ze volfuerende die(2) si dem(2) dar inne(2) dem convent(3) und ein placebo(2) si geben(2) sol du(9) nieman nut(2) geschriben und(2) die eptissin und die(3) den ganden(2) klein noch(3) des conventz(6) geschriben ist(2) und es teile gemeinen armen luten(2) dem covent(3) stet ze(3) frueg und ze nacht(2) si ir(4) unser nachkomen(2) gemeinen armen luten(4) herren und vatters(7) geordenot und ferschriben(2) swas von(2) nach aller(3) und ze einem ewigen(2) die nach uns(2) der kirchen(4) ampt si(2) das du(9) du swester(2) den swestern(7) brieven verschriben(2) jarzit und(2) gottes und ze einem(2) si der(3) und von dem(2) zwei geriht von fleisch und(2) die sont(2) der convente(2) und hundert(2) ze kungsvelt(4) sol si(11) mit huenren(2) ich swester agnes(2) du empter(2) das die swestern(5) und si es(2) nach der(7) von allen(7) des closters(5) von muoss und eins von(2) si ouch(2) wenn si(2) pater noster(3) sin due(2) und muoter(8) ze drin(3) das die eptissin(7) uber wirt(3) sol der(2) das ir(4) der eptissinen und der(3) wir wellen ouch(20) kilchen ze(3) phunt phenning(2) die siechmeistrin(3) der eptissin und(2) als sich(2) swester der(2) aller der(7) sint die(2) geben wir(3) ze ungern(3) und der fier(2) si ze(4) man sol(2) da mit(6) die disen(3) das dem closter(3) vor dem(2) von gottes geburt(3) wir uns und(2) uf die(3) die werkmeistrin gebunden(2) des elosters(2) ze den(3) als vil(2) und alle die swestern(2) wellen wir daz(2) du jarzit(2) mark geltes(3) wir swester(2) unser liebu(2) alle jar(2) das sol(11) von unser lieben(2) vor genanten(3) und ferschriben hant(2) mit des(5) die des(2) si sol ouch(10) stift sint ze kuengesvelt(2) convente verjehen(2) ordenen und setzen(3) der kelnerin(2) und dem(2) ouch den swestern(4) und du(6) wir uns(5) wir das(3) der siechmeistrin(3) und sullent(3) binden wir uns(2) aller der wise(3) ordenen und(6) gesetzet hat(2) von allen den(4) ein guot geriht von(4) das closter(3) das si es(2) inen das(2) von ungern insigel(2) drissig schilling phenning(2) unser geswistergit(3) geben sol(4) zuo der(2) ouch dem(4) da vorgeschriben(2) binden wir(3) das der convent(3) gebunden sin(6) das das(4) ze vier malen(2) sol inen die eptissin(2) und darum(2) geriht von(9) und ze(13) und aller unser geswistergit(2) und alle die(3) gebunden und(2) und dar(3) ouch der(5) der eptissinen(7) korn von(2) kein swester(3) der gewileten(3) das die eptissin gebunden si(2) sint ald(2) nach dem als(2) ze haltenne(2) du siechmeisterin(2) stift ze(3) eptissin und der(2) unser chloster(2) gelich sin(2) und sol(18) eim jar(2) ouch den(8) allu du(3) und ouch die(4) gebunden si(9) dem jartzit(2) agnes die eptissin(2) ze den ziten(2) und als(2) und von uns(2) eptissin sol ouch(6) stete belibe(2) si sin(7) sich die(2) die vor genanten(2) das si den(2) án der(3) rat und(2) unsern briefen(3) den siechen(4) als ir(2) sol ouch den swestern(3) der bruoder(4) den vrowen(3) mit des conventz(2) und des(2) sache stet und(2) die vrowen(7) geben wir disen(2) die amptswestern(4) ding die(2) sol man inen(2) der jartzit(2) geben zwei(2) die eptissin und(4) niht benant wurde(2) und sol ouch(4) zuo dem gotteshus(2) ez von(2) die jartzit(2) diu von(2) si sien(2) se und(2) und wellen(5) und ein guot geriht von fischen und(3) das wir ordenen und(3) ir bedarf(2) ald von(3) kunig albrehtes(2) und ouch die geste(2) und dis(2) wise als si(2) daz die(7) wir unser(2) oder noch(2) der selben(4) man inen(5) ze der(5) willen und(3) zu den(2) jar ein(2) von dem selben(2) ouch daz(2) si sol ouch den siechen win geben nach ir noturft(2) selben ordens(2) es sol ouch(2) si des selben(2) dem lobe des(2) ze kuengesvelt(5) der kellerin und der siechmeistrin(2) von hagel oder von(3) gesunden nach(2) oder der(3) der swestern(2) ir noturft geben(2) win geben(4) schaff ze kouffen(2) untz das(3) zuo dem(6) und muoter und(2) agnes von(2) des almehtigen gottes(2) ouch das(2) mit des conventes(3) und unser und(3) sol si inen geben(3) und ze einem(3) ordenunge und(2) eins von(4) mit aller der(2) swester du der(2) dar umbe(2) gebresten gewinnen(2) und niht(2) wirt das sol(2) wellen wir(13) es nut(2) des selben(4) und sol inen(2) ouch dem covent(2) swester des(2) der eptissinen hant(2) von christes(2) als ez(2) und ein(16) hie nach(2) der eptissin geben(2) kelnerin und(2) unsers lieben herren und vatters(4) die sullent(4) von ir ampt(4) mit der(9) si es(5) mit einander ze(2) sehent oder(2) und von(15) das der(9) es die(3) der vrowen(4) gebunden sin ze gebenn(2) unser frowen(2) die spend(2) sol ire die eptissin(2) dem selben(4) die ratswesteren(2) dar ueber(2) es aber gebrochen von(2) und willen(2) sol ouch der(2) dekeinen weg(2) das wir wellen(2) uf der(4) vier und(2) ist ze(2) sechs mark(2) von dem(13) das wir(16) die swestern(9) weder klein noch gross(2) der kellerin und der(3) und alle(6) dem closter wachset(2) du der(3) und eins von eiier(2) und ouch der(2) mit der eptissenne(2) ze drin jaren(2) von ir(5) ob si(2) der werchmeistrin(2) geben und(6) und das(13) wir wellen och(3) der swesteren(2) man si(2) gar und gentzlich(2) sullent werden(2) das sol die eptissin(3) es denne(2) bi den(3) mueser und ein guot geriht von fischen und von pheffer(2) von allen den guotern(2) und aller unser(3) daz si(6) daz man(8) irer notdurft(3) daz die vrowen(3) schaff ze(3) dem closter wirt(2) von ungern und(2) alle die(6) mit den(4) nach dem(3) werden der(2) von ir ampt nieman(2) das die eptissin und die(2) kunt allen den(2) als da(2) ir zal(2) der kilchen(4) und der(13) daz du(2) si das(3) lieben herren(7) es sol(3) als es(4) die dem(3) man das(3) der siechmeisterin(2) daz korn(2) und von disem(2) si sol ouch den(3) gemain sin(2) wir agnes(2) die von(4) da wir(2) ouch die(7) win geben ze(2) und ferschriben(3) das sol du(3) den menslich sin(2) die du(2) noch der(2) pater noster und(2) von gottes(4) sol man(14) teil des conventz(2) das aber(2) sol ouch(26) zwei mueser(2) gescriben ist(2) nach der regel(3) ein hundert(3) den swesteren(2) mugen alles(2) das sont si(2) und die(9) zwei geriht von(3) ein vigilia und ein(3) und bi(4) derselben jartage(2) du kelnerin(2) von der(9) tuon von(2) und ist(4) sol du eptissin(2) und ouch(11) swester einen(2) des sagere(2) die eptissin sol ouch(4) oder von(12) es weri(2) es si fisch oder fleisch oder(2) vrowen von(2) der wis(2) geben druͥ(2) dem eloster(4) unsers lieben herren und vatters chunig(2) und aller(5) man ez(2) wir besorgen(2) von ungern(4) der convent(4) den die(2) sol das(5) allen den(10) das die siechmeistrin die(2) mueser und(3) der eptissin(6) von keiner(2) wart ze(2) und von allen den(2) ich swester(4) von den schaffen(2) kellerin und(4) gebreste von hagel oder von(2) eptissin sol ouch den(2) sol die(4) gnuog geben(2) si sin bedurfen(2) das man alle tag durch(2) alle unser(2) wir wellen(28) hundert pater noster(2) da von(6) und mit dem insigel(2) bi dem selben eide und bi den selben truwen(2) aber von(2) daz der(2) man zalt von(2) herren guelt(2) kilchen ze stouffen und ze windesch(2) die eptissin(26) lichen oder ane liche(2) bi rehter gehorsami(2) das kein(2) als wir(3) von den(13) daz sol man(2) sol ouch dem(2) wir sullen ouch(2) der werkmeistrin(2) der sol man(3) das due(2) die wir(4) den jarziten(2) der kellerin(5) aber das das(2) der epthissenn(2) die swesteren(2) ze gebenn(5) gebunden si bi(2) jeder swester(2) ein hundert ave maria(2) der siechmeistrinen(2) als gewonlich ist(2) bruodern und den(2) das die(25) eptissin sol(8) und von der(2) si sol inen ouch(2) der sol(4) geswistergit und(2) wa man(2) das si(14) wir sullen(3) dar nach(3) si aber(2) man der(2) wir daz(4) das du gelob(2) wellen ouch(21) lieben frouwen und muoter(2) und eins von(3) uns und(4) sant claren(5) das wir inen(3) du eptissin sol ouch(2) har nach(2) uf der selben stift(2) und ein hundert(2) und den kinden alle(2) zu dem(2) und allen den(2) und swenne(2) da mit wir uns(2) als si(3) man ir(2) ut uber wirt(2) durch unsers lieben herren(2) das inen gebristet(2) den jartziten(2) und si(3) und nut(2) der stift(2) die werkmeistrin(4) teilen nach(3) von eiiern(2) als lang(2) du eptissin(5) die uf(2) muoter seligen(2) die kese(2) der custrin(4) den minren(2) fisch oder fleisch(3) winber oder(2) dez selben(2) hundert ave maria(3) elsaezzer oder lantwin(2) wir si(2) unsers herren(4) ir noturft(8) das die kellerin(2) den bruodern(4) von des(4) wir ein(2) seligen und(2) gebunden haben(2) das die swestern nut(2) ze chungesvelt(3) sweler lay gestalt(2) lieben herren und vatters(5) dem closter(14) und alles(2) wir von(2) inen geben(4) mit allen(2) noch mit(3) der wllen(2) wan wir(2) allu jar(2) eptissin und(6) und muter(2)

wir(112) agnes(9) von(140) gottes(8) gnaden(2) wilent(3) kuniginn(2) ze(109) ungern(7) tuont(1) kunt(7) allen(19) den(95) die(181) disen(9) ansechent(1) oder(74) hoerent(1) lesen(3) das(178) ordenen(7) und(385) setzen(6) dem(87) lobe(2) des(46) almechtigen(1) einem(7) ewigen(2) frid(1) besorgung(1) der(154) swesteren(10) sant(9) claren(5) ordens(10) uff(5) unser(37) stift(8) kungsvelt(4) sint(20) hienach(1) kunftig(2) werdent(6) gewileten(3) nut(24) sullent(9) werden(14) denne(13) fier(6) fierzig(1) dienenden(1) swestern(20) zwo(2) gewilet(2) sin(31) noch(22) cappitel(1) stimme(2) han(7) sich(7) darzuo(5) ferbinden(1) nach(38) aller(19) wise(4) als(38) aenderi(1) cloester(1) ferbunden(1) hant(14) ir(43) zal(2) vorgenanten(3) convent(8) guotern(2) si(131) lieben(14) froewen(1) muoter(10) seligen(5) elisabethen(3) uns(14) unseren(1) bruodern(9) durch(8) unsers(10) herren(15) vatters(7) sele(3) kunig(3) albrehtes(3) geswistergit(5) forderen(1) kilchen(6) stouffen(2) windesch(2) hoff(1) rinfelden(1) sie(7) gebunden(24) bi(17) gehorsami(10) kellerin(9) siechmeistrin(6) vil(11) phenning(5) gebenn(6) uf(15) weli(2) zit(2) bedurffen(1) gentzlich(5) gar(3) erfullen(1) mugen(4) alles(12) hie(6) disem(5) selben(19) binden(4) ouch(81) werkmeistrin(7) custrin(4) inen(24) geordenot(5) es(37) weri(4) denn(2) abgieng(1) closters(6) gelt(1) merkenlich(1) uorlig(1) hagel(3) missewehst(1) mer(2) teil(5) conventz(6) selber(3) geloben(3) woelt(1) helfe(1) komen(1) welen(1) stucken(1) woelten(1) rat(7) wrden(1) abzebrechen(1) untz(6) closter(21) widerkemi(1) ferdurben(1) aber(24) sachen(5) eptissin(40) anders(4) underwegen(2) liessi(1) wellen(49) ratswesteren(3) besseren(4) acht(2) tagen(5) alle(18) wile(1) gebessert(1) rehter(2) ǎn(1) win(6) lang(2) ampt(11) versechen(2) ordenung(3) meinung(1) och(8) werchmeistrin(2) geb(6) sechs(5) mark(4) geltes(3) kernen(2) roggen(3) ein(39) habern(1) guetern(3) hatt(2) fur(2) ander(4) guot(12) ferschriben(6) hattent(1) fuͧrbas(1) sol(102) dazuo(1) 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Pergamentene Einbände

Durch eine etwas längere Diskussion mit einem Musikwissenschaftler, bin ich (nicht zum ersten Mal) auf das Problem (obwohl es ja eigentlich weniger ein Problem, als mehr eine Feststellung ist) der Peragmenteinbände aufmerksam geworden.

Einige Bände aus dem Königsfelder Bestand sind in Pergament eingeschlagen, welche aus Handschriften stammen, die wohl als liturgisches Schriftgut zu beschreiben sind (oder  „para-liturgisch“ – super Begriff! – im weitesten Sinn).

Grundsätzlich ist das überhaupt nichts besonderes. Im Gegenteil, in den meisten Archiven mit mittelalterlichen Beständen wird sich Ähnliches finden. Trotzdem ist es interessant, dass etwa im Fall von Königsfelden zum Zeitpunkt der Reformation, bzw. kurze Zeit später, Verwaltungsschriftgut gebunden und langfristig geschützt wurde mit Schriftgut, welches aussortiert wurde, weil es nicht mehr dem Glauben der anwesenden Personen entsprach.

Die Frage die sich stellt, handelt es sich hierbei wirklich nur um „Restenverwertung“ durch die Verwaltung, oder gibt es symbolische Gründe, das „sakral aufgeladene“ Schriftgut (gerade „desakralisiert“?) weiter zu benutzen.

Oder plastischer ausgedrückt: Lag in den ehemaligen Klostergebäuden irgendwo ein Haufen an Altpergament, das bei Bedarf für Umschläge genutzt wurde? Und wenn ja, weshalb scheinen die aufgefundenen Fragmente (im erscheinenden Buch zu Königsfelden gesammelt und datiert) alle aus unterschiedlichen „Ur-„Dokumenten zu stammen?

[Klammerbemerkung: Dies sind praktisch die einzigen Anhaltspunkte der  „Bibliothek“ des ehemaligen Doppelklosters]

Abbildung: Antiphonar, höchstwahrscheinlich aus dem Kloster Königsfelden (StAAG AA/0534), datiert auf das 14. Jahrhundert. Das Antiphonar ist gemäss Expertenmeinung nicht speziel und wurde in dieser oder ähnlicher Art häufiger überliefert.

Das Exemplar ist besonders schön, da nicht nur eine sondern zwei Pergamentlagen eingebunden wurden.


OCRn wir die Welt

Grundsätzlich gibts nichts dagegen zu sagen: Google Books liefert eine Vielzahl von relevanten Resultaten für fast jeden Begriff, den man sich nur ausdenken kann. Neuste Literatur, aber auch 200 Jährige Schinken werden innert Sekunden aufgefunden. Digitalisierte Zeitschriften aus dem 19. Jahrhundert werden auf retro.seals.ch verfügbar gemacht. Das Problem an der Geschichte (also nicht der Geschichte…) ist die Intransparenz der aufbereiteten Daten: Obwohl die Retrodigitalisate automatisch oder semi-automatisch bearbeitet wurden mit irgendeiner Software, wird auf den meisten Seiten (oder aus der Selbstsicht „Portale“) nicht offengelegt, wie die Texte hinter die Bilder (meistens sind es nur die Bilder und keine digitalen Texte, die aufgenommen wurden) kommen.
Kein Problem könnte man denken, macht doch die Software nichts anderes, als die Zeichen zu erkennen, analog zum menschlichen Auge; neudeutsch: Optical Charakter Recognition. Der Einwand ist berechtigt und die Zeichensensivität der neueren OCR-Engines durchaus beeindruckend. Wirklich gut (und da sprechen wir von einer Genauigkeit um 99,9% – also 1 Fehler pro 1000 Zeichen… also einem Zeichenfehler pro Absatz) wird OCR jedoch erst, wenn Wörterbücher neben der Zeichenerkennung zur Ermittlung der Wörter verwendet werden.

Die Folge ist ein Rattenschwanz von Problemen: In welcher Sprache ist der zu erkennende Text verfasst (ziemlich relevant, wenn man ein Wörterbuch verwenden will), wechselt die Sprache innerhalb des Textes, was passiert mit Fremdwörtern (die teils noch kursiv gesetzt sind – das kann schon ein richtige Problem werden für so eine Engine) und was passiert mit Wörtern, die nicht in den Wörterbüchern ist? Und schliesslich noch die Mediävisten-Frage: Was wenn es kein Wörterbuch und keine Recht-Schreibung gibt?

Es wird klar, es ist nicht gleichgültig, welche Software in welchem Release verwendet wird und dass es (ziemlich zwangsläufig) Fehler in den erkannten Texten gibt. Für die Suchfunktion der Portale haben diese Fehler und Unzulänglichkeiten gravierende Folgen. (Gewisse) Suchen können nicht vollständig sein und eigentlich nur Zufälliges liefern.

Interessant, dass auch google Books nicht offenlegt, welche Mittel zur Texterkennung verwendet wurden. Wie auch die Suche bei google nur „irgendetwas“ liefert, erkennt google Books irgendetwas… Und einem Privatunternehmen wie google kann man das Unterlassen nicht einmal ankreiden. Aber auch auf Seiten geäuffnet aus öffentlichen Mitteln (wie das erwähnte retro.seals.ch das in Zusammenarbeit mit der ETH agiert) fehlen Angaben zur verwendeten Software und allfälligen Angaben zur „erwarteten Erkennleistung“. Auch die gleichzeitige Erfassung von Metadaten ändert nichts an diesem Makel (hier der Link zur Projektseite).

Der User wiegt sich in Sicherheit (und der Google-Falle): Er bekommt irgendetwas.
Im Moment bin ich mir noch uneins, ob ich die Initiativen als „besser als nichts“ befürworten oder als „Mittelverschwendung“ ablehnen soll. Ein gewisse Offenheit gegenüber der (zahlenden) Öffentlichkeit wäre aber das Mindeste, was ich von den Unternehmen erwarte.

Disclaimer: Ich benutze sowohl das Angebot von google als auch von retro.seals.ch extensiv, weshalb diese beiden als Beispiele herausgegriffen wurde. Es ist zu hoffen und gut möglich, dass eine Vielzahl von Digitalisierungsunternehmen vorbildlicher als die genannten agieren.


Schnittstellensuche — Zwischen Archiv und wissenschaftlichem Schreiben

Aus der Serie „Wunschliste“ …

Archivsignaturen werden meistens in wissenschaftlichen (oder zumindest „wissenschaftlichen Ansprüchen nahe kommenden“) Texterzeugnissen benutzt. Meist werden die Dokumente in Archiven in Kleinstarbeit zusammengeklaubt, quergelesen, verglichen, nochmals detaillierter analysiert und schliesslich zitiert. (Oder aber – und hier nur in Klammer – aus anderen Texten kopiert und als Beleg benutzt für etwas, das man selbst gerade nicht gefunden hat, aber sicher finden würde, wenn man denn Zeit und so weiter).

Dem Leser des Texterzeugnisses bleibt während der Lektüre nichts anderes übrig, als dem Autor zu glauben. In einem späteren Stadium steht es ihm zwar offen, das zitierte Stück selbst in Augenschein zu nehmen, aber mal ehrlich, wie oft geschieht das schon? (mal abgesehen von den paar Stücken die in der eigenen Disziplin immer und immer wieder hervorgeholt werden, bis dazu nicht mehr publiziert werden sollte)

Eine neuere Möglichkeit ist es, das Stück via Archivsoftware (wenn denn so was für das betreffenden Archiv bereitgestellt wird) aufzufinden, um herauszufinden, ob das zitierte Ding überhaupt existiert und welche weiteren Informationen bereits verfügbar sind (Metadaten, Regesten, Digitalisate etc.).

Weshalb – so meine Frage (und gleichzeitige Wunschvorstellung) – ist es nicht möglich, die Zitation direkt mit dem Eintrag in der Archivsoftware zu verknüpfen?

Problemlos kann ich auf einer von mir betriebenen Internetseite Ausschnitte aus google maps einbinden, Marken setzen, Routen planen und so weiter. Alles dank APIs . Etwas, dass die Archive (allem Anschein, und einer kurzen, erfolglosen Internetsuche nach) mit ihren Daten nicht wollen(?) – oder nicht anbieten. Die Vorteile wären (meines Erachtens nach, für Internetpublikationen insbesondere) eklatant:

  • Der Leser erhält mittels Link einen Einblick in das zitierte Stück und die Verortung innerhalb des Archivs.
  • Der Autor hat die Sicherheit, dass auch nach einer Umordnung der Archivalien sein Stück noch aufgefunden wird (nicht, dass ich ungern Konkordanzlisten durchwälzen würde)
  • Das Archiv findet (bei gut gemachten APIs automatisch) Zitierungen, der eigenen Stücke und bleibt dadurch informiert, was die Aussenwelt mit ihren Heiligtümern macht.

Besonders im Zusammenhang mit Digitalisierungsvorhaben (wer macht das im Moment schon nicht) wird das Verfahren interessant, da in der Publikation die Bilder der Dokumente geladen werden können (und zwar genau diejenigen, die das Archiv freigegeben hat).

Bei (digitalen) Editionen wird der Vorteil ebenfalls offensichtlich: Während das Archiv für die Dokumente die Datenhoheit behält (auch und insbesondere für die Faksimile und die Metadaten), kann das Editionsunternehmen sich bequem mit dem Archiv verknüpfen und behält dabei die Datenhoheit an der eigenen Arbeitsleistung (der Edition, dem Kommentar und register-artigen Einträgen).

Man wird ja wohl noch träumen dürfen.


Textanalyse mal anders — Idee zu einer Anleitung

Das Problem bei der Analyse von mittelalterlichen Quellen–insbesondere Urkunden–ist, dass wir eigentlich nur wissen, dass wir nichts wissen. Und allein um zu dieser Erkenntnis zu gelangen haben wir mehrere hundert Jahre gebraucht.
Joseph Morsel sagte einmal treffend:

Über mittelalterliche Dokumente wissen wir eigentlich nur, dass sie Ausdruck eines Problems sind.

(Wahrscheinlich habe ich die Aussage jetzt gerade fundamental falsch- und uminterpretiert und lehne an dieser Stelle jegliche Verantwortung ab. Ich kann auch nicht nachweisen, wo in seinem umfangreichen Werk er diese Aussage zu Papier gebracht hat — mea maxima culpa)

Ein Ansatz das Problem aus einer neuen Perspektive zu betrachten, bietet die non-lineare Textanalyse, die ich vor Wochen das erste Mal ausgetestet habe.

Der Ansatz funktioniert folgendermassen: Man nehme eine oder mehrere Quellen (den Ausdruck „Quelle“ umgeht Morsel übrigens geschickt und wohl nicht zu unrecht), werfe sie in einen Konkordanz-Programm für Korpusanalyse und schaue welche Worte am häufigsten vorkommen (keine Angst eine Aufzählung der Probleme folgt weiter unten).

Die Linguisten nutzen diese Art der Textanalyse schon länger, jedoch weniger für inhaltliche Forschung (im Sinne von, was passierte wann und wieso), sondern um diachrone Entwicklungen in der Sprache zu beobachten (auch bezüglich von Wortteilen).

Das faszinierende an der rohen Auszählung der Worte ist es, zu beobachten, welche Schwerpunkte anscheinend im gewählten Textkorpus vorherrschten. Noch spannender wird es wenn man visuell nachvollzieht, wo die häufigen Worte vorkommen (für gute Konkordanzsoftware ein Kinderspiel, gerne Verweise ich diesbezüglich auf die Seite von Noah Bubenhofer). Bei Protokollen zu Befragungen kann man etwa feststellen, welche Gruppe (oder wer, wen einzelne längere Aussagen machen) welche Worte braucht und welche nicht.

Im Idealfall könnten so sowohl synchron, wie auch diachron Vergleiche angestellt werden über die Worte–und in einem späteren Stadium vielleicht auch festen Ausdrücke–und der diesbezüglichen Veränderungen.

Zugegebenermassen ist das nicht die Lösung für alle Problem der unzugänglichen Inhalte von Dokumenten, es bietet aber eine neue Sichtweise auf alte Dokumente (oder, und das finde ich noch spannender: neue Sichtweisen auf sicher geglaubte Aussagen aus Quellen).

Das System enthält aber mehrere riesige Schwachstellen:

  • Zu wenig Dokumente stehen korrigiert (und ja damit meine ich eine Fehlerquote unter 99,9%) zur Verfügung.
  • Die Freiheit der Schreibweise führt zu problematischen Ergebnissen (Schreiberlinge waren schon um 1350 unsäglich kreativ)
  • Oft werden in Editionen (auch sog. elektronischen) Metadaten (wie Regesten), Quelltext und Kommentare wild zusammengeworfen (weshalb ich ein grosser Freund von XML Auszeichnung, etwa nach Schema der TEI, bin)

und diese grundsätzlichen Probleme sind nur der Anfang…

[as usual: to be continued]